Am Samstag geht in der Berner Wankdorfhalle die 3. Berner Fechtnacht über die Planche. Mitinitiator Beat Trummer erzählt im Interview von einer Idee, die Wellen schlägt und Früchte trägt.

 

Schon bald nach der ersten Auflage der Fechtnacht 2014 bekam Beat Trummer Anfragen für die nächste: «Ihr führt doch wieder eine Fechtnacht durch, oder?», tönte es von verschiedenen Seiten – und die zweite Berner Fechtnacht 2015 war ebenso ein Erfolg wie die erste. Nun kann man beim dritten Mal vielleicht noch nicht direkt von einer Tradition sprechen, doch die Chancen dafür stehen gut.

Beat Trummer und Bendicht Häberli vom Fechtclub Bern organisieren auch dieses Jahr den beliebten Anlass im Rahmen des 53. TISSOT Grand Prix de Berne. Und jetzt wollen wir es wissen: Wie kam es überhaupt dazu?

 Beat Trummer ist einer der «Väter» der Berner Fechtnacht. (Foto: Claudia Fahlbusch)

Beat Trummer ist einer der «Väter» der Berner Fechtnacht. (Foto: Claudia Fahlbusch)

Beat Trummer, woher stammt die Idee der Fechtnacht?
Die Idee ist eigentlich uralt. Schon vor zwanzig Jahren geisterte sie in unseren Köpfen herum, wenn nach der Generalversammlung und dem obligaten Nachtessen bei den Anwesenden plötzlich der Wunsch aufkam, jetzt müsste man eigentlich noch gemeinsam fechten. Der Gedanke kam immer wieder, doch wir haben es nie gemacht. Beim den Vorbereitungen zum 100-Jahre-Jubiläum des Fechtclubs Bern im Jahr 2014 diskutierten wir darüber, was wir für den Club und für die Mitglieder machen könnten, und da kam es mir wieder in den Sinn. Im Rahmen des Grand Prix hatten wir die Infrastruktur, die Leute und die Breite, um einen solchen Anlass durchzuführen – an einem Ort, an dem man sonst als Plauschfechter normalerweise nicht fechten kann. Die Idee wurde im Club sofort gut aufgenommen, und alle halfen begeistert mit.

«Für mich ist die Fechtnacht heute ganz klar eine Rahmenveranstaltung des Grand Prix de Berne.»

Was ist das Besondere an der Berner Fechtnacht?
Es ist ein geselliger, club-übergreifender Anlass, zu dem wir Freunde aus anderen Clubs einladen können. Und dann ist es natürlich etwas ganz Besonderes, wenn man als Plauschfechter in der Halle und auf den Planchen steht, wo sonst, am Grand Prix, nur die weltbesten Fechter antreten. Fechten wie die Grossen, sozusagen. Natürlich möchte man gewinnen, aber ebenso wichtig ist der soziale Aspekt, das Fachsimpeln, der Austausch und die Kameradschaft, über Clubgrenzen hinweg.

Wie wird gefochten? Nach welchem Modus?
Die Ränge werden in einer «Poule unique» ausgefochten und es gibt keine Direktausscheidung. So sind alle Teilnehmer bis zum Schluss anwesend. Damit ist gewährleistet, dass der Anlass nicht «ausfranst», indem einer nach dem anderen geht. Das finde ich manchmal schade bei den offiziellen Turnieren.

«Dass die Jungen dabei sind, ist uns wichtig. Die Fechtnacht ist ja keine 'Altherrenveranstaltung'.»

Wer nimmt an der Fechtnacht teil?
Das Teilnehmerfeld ist sehr bunt gemischt, vom Anfänger bis zum Profi. Wir haben sehr gute Fechterinnen und Fechter unter den Teilnehmern, auch ehemalige Olympioniken, und das trägt natürlich zur Attraktivität der Fechtnacht bei. Auch vom Alter her haben wir die ganze Bandbreite, vom Schüler bis zum Pensionierten. Dass die Jungen dabei sind, ist uns wichtig. Die Fechtnacht ist ja keine «Altherrenveranstaltung».

Kommen mehr Frauen oder mehr Männer?
Erfreulicherweise ist das ziemlich ausgewogen, und ich hoffe, dass es so bleibt. Es gibt wenige Turniere, an denen Männer und Frauen praktisch in gleicher Zahl vertreten sind, und das wird vor allem von den Frauen sehr geschätzt, wie ich immer wieder höre.

 Beat Trummer und Bendicht Häberli organisieren gemeinsam die Fechtnacht. (Foto: Claudia Fahlbusch)

Beat Trummer und Bendicht Häberli organisieren gemeinsam die Fechtnacht. (Foto: Claudia Fahlbusch)

Was kommt besonders gut an?
Eindeutig diese Idee des freundschaftlichen Fechtens in entspannter Atmosphäre. Der Turniermodus mit dem Ausfechten der Ränge wird ebenfalls geschätzt: Man reist gemeinsam an und reist gemeinsam ab.

«Wir wollen in dem technischen Umfeld eine möglichst festliche Atmosphäre schaffen.»

Wo siehst du Potenziale?
Man könnte sicher bei der Ambiance noch einiges optimieren, mit dem Licht zum Beispiel, da sind wir noch dran. Man muss ein Gleichgewicht finden. Es braucht genug Licht zum Fechten, und gleichzeitig soll es auch gemütlich sein, Lounge-mässig sozusagen, wie in einem Club.

Letztes Jahr gab es ja die Sofa-Ecke mit Teppich und Möbeln von Theo Jakob.
Genau. Die Stimmung soll einladend sein, nicht wie an einem «normalen» Turnier, wo man auf einer Turnmatte sitzt und ein Sandwich isst. Wir wollen in dem technischen Umfeld eine möglichst festliche Atmosphäre schaffen; daran arbeiten wir noch. Doch im Grossen und Ganzen hat sich das Konzept der Fechtnacht bisher bestens bewährt, und wir freuen uns auf die dritte Auflage!

Alle Infos zur Fechtnacht
Fotogalerie der 2. Berner Fechtnacht 2015